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Haarausfall behandeln ohne OP

Medikamente, PRP, Haarsysteme und Pflege: Möglichkeiten und Grenzen

Mann mit lichter werdendem Haar im Beratungsgespräch (Symbolbild)

Zuerst zum Hautarzt

Die richtige Behandlung hängt von der Ursache ab. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann mit Blutwerten, einer Untersuchung der Kopfhaut und gegebenenfalls einem Trichogramm klären, welche Form des Haarausfalls vorliegt. Bei Mangelzuständen oder Schilddrüsenproblemen hilft oft schon die Behandlung der Ursache.

Minoxidil

Minoxidil wird als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen und ist für Männer und Frauen zugelassen. Es kann den Haarausfall bremsen und bei manchen Anwendern zu dichterem Haar führen. Die Wirkung zeigt sich nach etwa drei bis sechs Monaten und hält nur, solange es angewendet wird. Zu Beginn kann es zu verstärktem Haarausfall kommen. Mögliche Nebenwirkungen sind Juckreiz und Kopfhautreizungen.

Finasterid

Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament für Männer, das die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt. Es kann erblich bedingten Haarausfall verlangsamen. Die Einnahme sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen, da Nebenwirkungen wie Libido- und Erektionsstörungen oder Stimmungsveränderungen möglich sind. Für Frauen im gebärfähigen Alter ist es nicht zugelassen.

Medikamente und Haartransplantation schließen sich nicht aus: Viele Ärzte empfehlen, vorhandene Haare nach der Transplantation medikamentös zu schützen, weil die Transplantation den weiteren Ausfall nicht transplantierter Haare nicht aufhält.

PRP-Behandlung

Bei der PRP-Therapie (plättchenreiches Plasma) wird aus Ihrem Blut ein Konzentrat gewonnen und in die Kopfhaut gespritzt. Die enthaltenen Wachstumsfaktoren sollen die Haarwurzeln anregen. Die Studienlage ist uneinheitlich, meist sind mehrere Sitzungen nötig. Manche Kliniken setzen PRP ergänzend nach einer Haartransplantation ein.

Haarsysteme und Perücken

Haarteile, Toupets oder moderne Haarsysteme verdecken lichte Stellen sofort und ohne Eingriff. Sie müssen regelmäßig gepflegt und erneuert werden, was auf Dauer Kosten verursacht. Bei sehr fortgeschrittenem Haarausfall mit kleinem Spenderbereich können sie eine gute Alternative sein.

Haarpflege, die gut tut

  • milde Shampoos ohne aggressive Tenside, lauwarmes statt heißes Wasser
  • Haare nicht trocken rubbeln, sondern sanft ausdrücken, Föhn nicht zu heiß und nicht zu nah
  • straffe Frisuren und dauerhaften Zug vermeiden
  • ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Eisen, Zink und Vitaminen, Nahrungsergänzung nur bei nachgewiesenem Mangel
  • Kopfhaut vor starker Sonne schützen

Pflege kann erblich bedingten Haarausfall nicht aufhalten, aber die vorhandenen Haare schonen.

Wann ist eine Haartransplantation die bessere Lösung?

Sind Bereiche bereits kahl, bilden die Wurzeln dort keine Haare mehr, und Medikamente können sie nicht zurückholen. Dann ist die Haartransplantation die einzige Methode, die dort dauerhaft wieder eigenes Haar wachsen lässt, vorausgesetzt der Spenderbereich ist ausreichend.

Häufige Fragen

Kann ich Haarausfall stoppen?

Erblich bedingten Haarausfall kann man mit Medikamenten oft verlangsamen, aber nicht dauerhaft heilen. Setzt man die Mittel ab, schreitet er wieder fort.

Was bringt Koffein-Shampoo?

Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Als milde Pflege schadet es nicht, ersetzt aber keine ärztlich empfohlene Behandlung.

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Quellen und weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder die ärztliche Aufklärung noch ein persönliches Beratungsgespräch. Die Ergebnisse einer Haartransplantation sind individuell und nicht vorhersehbar, Erfolge können nicht zugesichert werden.