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Haar-Lexikon

Die wichtigsten Begriffe rund um Haarausfall und Haartransplantation, kurz erklärt

Alopezie
Fachbegriff für sichtbaren Haarverlust, also schütteres Haar oder kahle Stellen, unabhängig von der Ursache. Man unterscheidet vernarbende und nicht vernarbende Formen.
Anagenphase
Wachstumsphase des Haares, dauert zwei bis sechs Jahre. In ihr befinden sich etwa 85 bis 90 Prozent der Kopfhaare. Je kürzer sie wird, desto dünner und kürzer bleiben die Haare.
Androgenetische Alopezie (AGA)
Erblich bedingter Haarausfall, die mit Abstand häufigste Form bei Männern und Frauen. Die Haarwurzeln an Stirn und Oberkopf reagieren überempfindlich auf das Hormon DHT, werden kleiner und bilden immer dünnere Haare, bis sie das Wachstum einstellen. Der Haarkranz ist davon meist nicht betroffen.
Dense Packing
Besonders dichtes Einsetzen der Grafts pro Quadratzentimeter, etwa an der Haarlinie. Wie dicht sinnvoll ist, hängt von Spenderbereich, Durchblutung und Haarstruktur ab. Mehr Dichte ist nicht automatisch besser, zu dicht gesetzte Grafts können schlechter anwachsen.
DHI
Direct Hair Implantation: Variante der FUE, bei der die Grafts mit einem Implanter-Stift direkt eingesetzt werden, Kanal öffnen und Graft setzen in einem Schritt. Winkel und Richtung lassen sich sehr genau steuern. Siehe DHI-Methode.
DHT (Dihydrotestosteron)
Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron, das auch bei Frauen in kleinen Mengen vorkommt. Bei entsprechender Veranlagung führt es zur Miniaturisierung der Haarfollikel und damit zum erblich bedingten Haarausfall.
Diffuser Haarausfall
Gleichmäßige Ausdünnung auf dem ganzen Kopf, z. B. durch Stress, Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Diäten oder Medikamente. Die Ursache sollte ärztlich geklärt werden. Für eine Transplantation meist nicht geeignet.
Eigenhaarverpflanzung
Anderer Begriff für Haartransplantation: Eigene Haare werden aus dem Haarkranz in lichte oder kahle Bereiche umverteilt. Fremdhaare können nicht verpflanzt werden, weil der Körper sie abstoßen würde.
Empfängerbereich
Die Fläche, in die die Grafts eingesetzt werden, z. B. Haarlinie, Geheimratsecken, Oberkopf oder Wirbel.
Follikulitis
Entzündung einzelner Haarfollikel, sieht aus wie kleine Pickel. Nach einer Haartransplantation kommt sie gelegentlich vor, wenn die neuen Haare durch die Haut brechen, und heilt meist von selbst ab.
FU (follikuläre Einheit)
Natürliche Haargruppe aus 1 bis 4 Haaren, die gemeinsam aus der Haut wachsen und eine gemeinsame Wurzelgruppe haben. Bei der Transplantation wird sie als Graft verpflanzt.
FUE
Follicular Unit Extraction: Einzelentnahme der follikulären Einheiten mit einer feinen Hohlnadel von etwa 0,7 bis 1 mm, ohne Streifenschnitt. Zurück bleiben winzige, punktförmige Närbchen. Die heute meistgewählte Methode. Siehe FUE-Methode.
FUT
Follicular Unit Transplantation: Entnahme eines schmalen Hautstreifens am Hinterkopf, der unter dem Mikroskop in Grafts zerlegt wird. Die Wunde wird vernäht, es bleibt eine feine Linie. Vorteil: keine Komplettrasur, viele Grafts in einer Sitzung. Siehe FUT-Methode.
Geheimratsecken
Dreieckig zurückweichende Haarlinie an den Schläfen, oft das erste Zeichen erblich bedingten Haarausfalls. Sie lassen sich mit vergleichsweise wenigen Grafts auffüllen.
Glatze
Umgangssprachlich für einen weitgehend kahlen Oberkopf, meist das Endstadium des erblich bedingten Haarausfalls (Norwood 6 bis 7). Ob eine Transplantation möglich ist, hängt davon ab, wie viele Spenderhaare der Haarkranz noch bietet.
Graft
Transplantat bei der Haarverpflanzung: eine follikuläre Einheit mit durchschnittlich etwa zwei Haaren. Preise und Bedarf werden in Grafts angegeben, nicht in Haaren.
Haardiagnose
Untersuchung von Kopfhaut und Haaren, um Art und Ursache des Haarausfalls zu bestimmen, etwa mit Lupe, Trichoskopie (Auflichtmikroskop), Trichogramm oder Blutuntersuchung. Sie ist die Grundlage für die passende Behandlung.
Haardichte
Anzahl der Haare oder Grafts pro Quadratzentimeter. Im gesunden Haarkranz sind es etwa 70 bis 100 follikuläre Einheiten pro cm². Sie bestimmt, wie viele Grafts entnommen werden können.
Haarfollikel
Die Einstülpung der Haut, in der das Haar mit seiner Wurzel sitzt und gebildet wird. Auch Haarbalg genannt.
Haarkranz
Haarbereich an Hinterkopf und Seiten, der beim erblich bedingten Haarausfall meist erhalten bleibt. Er dient als Spenderbereich und ist begrenzt, deshalb wird jede Entnahme sorgfältig geplant.
Haarlinie
Der Übergang von der Stirn zum Kopfhaar. Ihre Gestaltung prägt das Ergebnis einer Haartransplantation besonders stark. Eine natürliche Haarlinie ist leicht unregelmäßig und passt zu Alter und Gesichtsform.
Haarzyklus
Kreislauf jedes Haares aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase (Anagen, Katagen, Telogen). Täglich 50 bis 100 Haare zu verlieren ist deshalb normal.
Implanter
Stiftförmiges Instrument mit Hohlnadel, mit dem bei der DHI-Methode die Grafts direkt in die Kopfhaut gesetzt werden.
Katagenphase
Kurze Übergangsphase von etwa zwei bis drei Wochen, in der sich die Haarwurzel von ihrer Versorgung löst.
Kreisrunder Haarausfall
Alopecia areata: Autoimmunerkrankung mit scharf begrenzten, runden kahlen Stellen, oft plötzlich. Sie gehört in hautärztliche Behandlung und ist keine Indikation für eine Haartransplantation.
Lateral Slit
Technik, bei der die Empfängerkanäle quer zur Wuchsrichtung angelegt werden. Die Haare liegen dadurch flacher und natürlicher an, vor allem an der Haarlinie.
Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung. Haartransplantationen werden in örtlicher Betäubung durchgeführt, Sie sind während des Eingriffs wach. Eine Vollnarkose ist nicht nötig.
Ludwig-Skala
Einteilung des erblich bedingten Haarausfalls bei Frauen in drei Stadien, von leichter bis starker Ausdünnung am Scheitel bei erhaltener Stirnlinie.
Megasession
Haartransplantation mit einer sehr großen Graft-Zahl in einer Sitzung, meist ab etwa 3.000 Grafts. Sie ist nur sinnvoll, wenn der Spenderbereich das hergibt.
Micro-Graft
Sehr kleines Transplantat mit nur ein bis zwei Haaren. Micro-Grafts werden vor allem an der vorderen Haarlinie gesetzt, damit der Übergang weich und natürlich wirkt.
Miniaturisierung
Schrittweise Verkleinerung der Haarfollikel unter dem Einfluss von DHT. Die Haare werden dünner, kürzer und heller, bis sie nur noch als Flaum wachsen.
Minoxidil
Wirkstoff zum Auftragen auf die Kopfhaut, der Haarausfall bremsen kann. Wirkt nur bei dauerhafter Anwendung. Lassen Sie sich vor der Anwendung ärztlich oder in der Apotheke beraten.
Norwood-Skala
Einteilung des erblich bedingten Haarausfalls beim Mann in Stadien von 1 bis 7, von leichten Geheimratsecken bis zum verbleibenden Haarkranz. Siehe Norwood-Übersicht.
PRP
Plättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut, das in die Kopfhaut gegeben wird. Es soll Heilung und Anwachsen unterstützen und wird oft ergänzend zur Haartransplantation angeboten.
Saphir-Klinge
Sehr scharfe, glatte Klinge aus Saphir, mit der die Empfängerkanäle besonders fein angelegt werden können. In der Haarklinik Dr. Yalvac als Zusatz buchbar.
Shock Loss
Vorübergehender Ausfall vorhandener Haare im Bereich der Transplantation, ausgelöst durch den Eingriff. Die Haare wachsen in der Regel innerhalb weniger Monate nach. Mehr im Ratgeber.
Spenderbereich
Bereich, aus dem die Grafts entnommen werden, meist der Hinterkopf und die Seiten, in Ausnahmefällen auch Bart oder Körper.
Strip-Technik
Andere Bezeichnung für die FUT-Methode, weil ein schmaler Hautstreifen (englisch strip) entnommen wird. Siehe FUT.
Telogenes Effluvium
Vorübergehender, verstärkter Haarausfall, bei dem viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase gehen, etwa nach Fieber, Operationen, Geburt, starkem Stress oder Diäten. Die Haare wachsen meist nach einigen Monaten wieder nach.
Telogenphase
Ruhephase des Haares von etwa zwei bis vier Monaten, an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachwächst.
Tonsur
Kahle oder lichte Stelle am Hinterkopf im Bereich des Wirbels, auch Vertex genannt.
Traktionsalopezie
Haarausfall durch dauerhaften Zug an den Haaren, z. B. durch straffe Zöpfe, Extensions oder Haarteile. Früh erkannt, wachsen die Haare oft nach, wenn der Zug wegfällt.
Vernarbende Alopezie
Seltene Formen von Haarausfall, bei denen Entzündungen die Haarwurzeln zerstören und Narbengewebe entsteht. Sie gehören in hautärztliche Behandlung. Eine Transplantation kommt nur in Frage, wenn die Erkrankung lange zur Ruhe gekommen ist.
Wirbel
Stelle am Hinterkopf, an der die Haare spiralförmig wachsen. Hier zeigt sich erblich bedingter Haarausfall oft als Tonsur. Am Wirbel braucht das Ergebnis einer Transplantation am längsten.

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