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Haarausfall: Ursachen und Formen

Warum Haare ausfallen und welche Form des Haarausfalls welche Behandlung braucht

Mann mit lichter werdendem Haar im Beratungsgespräch (Symbolbild)

Wie viel Haarausfall ist normal?

Jeder Mensch verliert täglich Haare, etwa 50 bis 100 sind normal. Fallen über Wochen deutlich mehr aus oder werden Stellen sichtbar lichter, spricht man von krankhaftem Haarausfall (Alopezie). Erste Anlaufstelle ist eine Hautärztin oder ein Hautarzt.

Der Haarzyklus

Jedes Haar durchläuft einen Kreislauf aus drei Phasen:

  • Anagenphase (Wachstum): 2 bis 6 Jahre, in ihr befinden sich etwa 85 bis 90 Prozent der Kopfhaare. Das Haar wächst rund 1 cm pro Monat.
  • Katagenphase (Übergang): etwa 2 bis 3 Wochen, die Haarwurzel löst sich von der Versorgung.
  • Telogenphase (Ruhe): etwa 2 bis 4 Monate, danach fällt das Haar aus und ein neues wächst nach.

Beim erblich bedingten Haarausfall verkürzt sich die Wachstumsphase, die Haare werden von Zyklus zu Zyklus dünner und kürzer, bis die Wurzel kein sichtbares Haar mehr bildet. Dieser Haarzyklus erklärt auch, warum transplantierte Haare nach der OP zunächst ausfallen und erst nach Monaten neu wachsen.

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Rund 80 Prozent der Männer haben im Laufe des Lebens damit zu tun, viele bemerken die ersten Geheimratsecken schon zwischen 20 und 30. Ursache ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem Abbauprodukt des Testosterons. Typisch ist das Muster aus Geheimratsecken, zurückweichender Stirn und Tonsur. Die Haare des Haarkranzes bleiben meist erhalten. Deshalb ist diese Form für eine Haartransplantation besonders gut geeignet. Das Stadium beschreibt die Norwood-Skala.

Auch Frauen können erblich bedingt Haare verlieren, meist als Ausdünnung entlang des Scheitels. Mehr dazu unter Haartransplantation für Frauen.

Diffuser Haarausfall

Die Haare werden gleichmäßig auf dem ganzen Kopf dünner. Auslöser können Stress, Infekte, Eisen- oder Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Medikamente, Diäten oder hormonelle Umstellungen sein. Oft fallen die Haare einige Monate nach dem Auslöser aus (telogenes Effluvium). Wird die Ursache behandelt, wachsen die Haare meist nach. Eine Transplantation ist hier in der Regel nicht sinnvoll.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Innerhalb kurzer Zeit entstehen scharf begrenzte, runde kahle Stellen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarwurzeln angreift. Der Verlauf ist schwer vorhersehbar, oft wachsen die Haare von selbst nach. Eine Haartransplantation kommt wegen des Risikos neuer Herde nicht in Frage. Die Behandlung gehört in die Hände einer Hautärztin oder eines Hautarztes.

Weitere Formen

  • Traktionsalopezie: Haarverlust an Stirn und Schläfen durch dauerhaften Zug, etwa durch straffe Zöpfe oder Haarteile. Ist der Verlust dauerhaft, kann eine Transplantation helfen.
  • Narbige Alopezie: Haarverlust durch Narben nach Verletzungen, Verbrennungen oder Operationen. Ob Grafts in der Narbe gut anwachsen, wird vorher geprüft.
  • Vernarbende Entzündungen der Kopfhaut: müssen zuerst hautärztlich behandelt werden und zur Ruhe gekommen sein.

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Häufige Fragen

In welchem Alter beginnt erblich bedingter Haarausfall?

Er kann schon mit Anfang 20 beginnen, viele Männer bemerken ihn um die 30. Mit 50 Jahren ist etwa jeder zweite Mann deutlich betroffen.

Hilft eine Haartransplantation bei jeder Form von Haarausfall?

Nein. Gut geeignet ist vor allem der erblich bedingte Haarausfall mit stabilem Haarkranz, dazu Narben und Traktionsalopezie. Bei diffusem und kreisrundem Haarausfall ist sie in der Regel nicht sinnvoll.

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Quellen und weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder die ärztliche Aufklärung noch ein persönliches Beratungsgespräch. Die Ergebnisse einer Haartransplantation sind individuell und nicht vorhersehbar, Erfolge können nicht zugesichert werden.